Franz Schubert (1797-1828)
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Franz Schubert um 1825

Franz Schubert wurde am 31. Januar 1797 in Wien geboren und starb 31jährig am 19. November 1828. Er hinterließ ein Oeuvre von etwa tausend Kompositionen - ein Lebenswerk, das angesichts der Kürze seines Lebens noch gewaltiger erscheint.

Dieses Leben war nicht nur kurz, sondern im Vergleich mit anderen bedeutenden Komponisten auch arm an "großen" Ereignissen. Schubert spielte im öffentlichen Leben nie eine besondere Rolle, er unternahm nur wenige und kleine Reisen und führte im Grunde genommen ein unauffälliges Leben.

Die Nachwelt wollte sich jedoch nicht mit der unspektakulären Biographie des Schöpfers solch herrlicher Musik abfinden, und so wurde der Komponist einige Jahrzehnte nach seinem Tod zum verkannten romantischen Genie mit besonders "sanften" Charakterzügen hochstilisiert.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts sorgen eine lange Reihe "biographischer" Novellen und Romane sowie unzählige bildnerische Darstellungen, darunter etwa 700 Postkarten, für eine falsche Popularität Schuberts. Die spärlich überlieferten konkreten Daten seines Lebenslaufes wurden durch zweifelhafte "Erinnerungen" und Anekdoten "vervollständigt".

Zur Verbreitung eines gänzlich verzeichneten Schubert-Bildes trug das 1916 in Wien uraufgeführte " biographische" Singspiel "Das Dreimäderlhaus" das Seine bei: dieses Werk täuscht unter Einbeziehung von Originalkompositionen Schuberts Authentizität vor.

Unsere Schubert-Dokumentation beschränkt sich abseits von überkommenen Klischees auf eine knappe Zusammenfassung der gesicherten Lebensdaten, eine kurze Übersicht über sein Schaffen.


Herkunft und Kindheit
Franz Schubert wurde am 31. Januar 1797 in Wien als zwölftes Kind des Schulmeisters (Volksschullehrers) Franz Theodor Schubert (1763-1839) und dessen Frau Maria Elisabeth Vietz (1756-1812) geboren. Der Vater war 1783 aus Mährisch-Schlesien (heute CSFR) nach Wien gekommen, die Mutter stammte aus Böhmen. Von den insgesamt vierzehn Kindern des Ehepaars erlebten nur fünf den ersten Geburtstag, unter ihnen war Franz das zweitjüngste. Er wurde am 1. Februar 1797 in der Kirche "zu den vierzehn Nothelfern" getauft, der Pfarrkirche für die Wiener Vorstädte Lichtenthal, Thury, Himmelpfortgrund, Althan und Michelbeurengrund (heute Pfarrkirche Lichtenthal oder auch Schubert-Kirche genannt).

Die Familie bewohnte damals zwei Zimmer im Haus "Zum roten Krebsen", Obere Hauptstraße zur Nußdorfer Linie Nr. 72 auf dem Himmelpfortgrund (heute: Wien 9., Nußdorfer Straße 54).

Das Geburtshaus in der Nußdorfer Straße

Wer heute das zu einem Museum umgestaltete Geburtshaus besucht, sollte sich durch die weihevollstille Atmosphäre nicht täuschen lassen: Zu Beginn des 19. Jahrhunderts befanden sich hier 16 Kleinstwohnungen, die ihren Mietern eine äußerst unwirtliche Herberge boten.

Im Erdgeschoß des Gebäudes war die bescheidene Schule untergebracht, in der Vater Schubert zunächst nur eine Handvoll Kinder aus armen Familien unterrichtete. Im Frühjahr 1801 erwarb er mittels einer Hypothek das nahe gelegene Haus Säulengasse 3, benannt "Zum schwarzen Rössl", richtete dort seine Schule ein und übersiedelte dann auch mit der Familie ins eigene Haus. Bei seinem Vater besuchte Franz Schubert die Elementarschule. Auch den ersten Musikunterricht erhielt er vom Vater, der ihm das Geigenspiel beibrachte; der um zwölf Jahre ältere Bruder Ignaz unterwies ihn im Klavierspiel.

    

Der Hof des Hauses "Zum roten Krebs"

In der Familie Schubert wurde regelmäßig musiziert, und bald konnte der Vater ein Streichquartett zusammenstellen, in dem die älteren Söhne Ignaz und Ferdinand die Geige spielten, er selbst das Violoncello übernahm und Franz die Bratsche spielte.

Außerhalb des Elternhauses bemühte sich Michael Holzer, der Regens chori der Lichtenthaler Pfarrkirche, um die musikalische Förderung Schuberts. Er führte ihn in die Praxis des Kirchenmusikers ein, lehrte ihn etwa die praktische Anwendung des Generalbasses und das Stegreifspiel, das "Präludieren" auf der Orgel.

Franz Schubert muß sich als ungemein begabter Schüler erwiesen haben; vermutlich hat er sich bereits im Alter von acht oder neun Jahren mit den ersten Kompositionen versucht. Erhalten geblieben ist aus dieser Zeit lediglich ein "Gesang in c" für Baßstimme und Klavier, ohne Text (D 1A).

Volksschullehrer (1814-1816)
Der 17jährige Schubert
Nach seinem Ausscheiden aus dem Konvikt im Herbst 1813 kehrte Schubert in das elterliche Haus am Himmelpfortgrund zurück. Sein Vater hatte inzwischen mit Anna Kleyenböck, der Tochter eines Seidenhändlers aus der Vorstadt Gumpendorf, eine zweite Ehe geschlossen. Um einen Brotberuf zu erlernen, begann Schubert mit der zehnmonatigen Ausbildung zum "Schulgehilfen", also zu einem untergeordneten Volkschullehrer. Mit mäßigem Erfolg absolvierte er das "Lehrer-Präparandum" an der "k. k. Normalhauptschule St. Anna". Anschließend trat er den verhaßten Dienst in der Schule seines Vaters an. Zwei Jahre sollte dieser Dienst währen, und diese beiden Jahre wurden zugleich die kompositorisch fruchtbarsten seines Lebens. In seinem streng geregelten Tagesablauf war ein fester Zeitraum ausschließlich der Komposition vorbehalten.

Schubert und Therese Grob

Für die Centenarfeier der Lichtenthaler Pfarrkirche komponierte Schubert seine erste vollständige Messe, die Messe in F-Dur (D 105). Bei der Uraufführung am 16. Oktober 1814 sang seine Jugendfreundin Therese Grob das Sopransolo. Drei Tage später entstand das Lied "Gretchen am Spinnrade", das die Anfänge des modernen deutschen Liedes markiert.

Durch Joseph von Spaun, seinen Freund aus dem Konvikt, lernte Schubert den jungen Dichter Johann Mayrhofer kennen, von dessen Gedichten er eine ganze Reihe vertonte; er verdankte Spaun auch die Bekanntschaft mit Franz von Schober. Mayrhofer und Schober gehörten bald dem engsten Freundeskreis Schuberts an. Auch mit Johann Senn und Anton Holzapfel, zwei Kameraden aus dem Konvikt, verband ihn eine innige Freundschaft.

Als freischaffender Komponist
Im April 1816 erlebte Schubert eine herbe berufliche Enttäuschung. Er hatte sich um einen Musiklehrerposten in Laibach beworben, und seine Bewerbung wurde trotz Salieris Empfehlung abgewiesen. Nach diesem Scheitern quittierte er den Dienst in der Schule und zog zusammen mit Joseph von Spaun in die Innere Stadt, ins Haus des Professors Heinrich Joseph Watteroth (1756-1819) in die Erdberger Straße 17. Erstmals erhielt Schubert Geld für eine Komposition: von Studenten des Professors bekam er einen Kompositionsauftrag und schrieb die (verschollene) Kantate "Prometheus". Unter Schuberts Leitung wurde sie zur Namensfeier des Professors am 24. Juli 1816 aufgeführt.

Im Herbst übersiedelte Schubert zur Familie Schober in die Tuchlauben in der Inneren Stadt; bis August 1817 blieb er als Gast bei der Familie.
Joseph von Spaun
Bis dahin hatte er schon mehr als fünfhundert Werke komponiert - eine Fülle von Liedern, eine Reihe von Streichquartetten und fünf Sinfonien -, und doch waren seine Kompositionen nur einem relativ kleinen Kreis von Freunden und Musikliebhabern bekannt. In dieser Hinsicht bahnte sich mit der Übersiedlung zur Familie Schober eine Wende an: Schubert lernte im Hause Schober den namhaften Hofopernsänger Johann Michael Vogl (1768-1840) kennen, der sich in den folgenden Jahren als Interpret für ihn einsetzte und dem Liedkomponisten den Weg in die Öffentlichkeit ebnete.
Der Schubert-Sänger Johann Michael Vogl
Im Februar 1818 trat Schubert auch mit einem Orchesterwerk vor ein größeres Publikum: eine seiner beiden Ouvertüren im Italienischen Stil wurde in einem Konzert im Gasthof "Zum Römischen Kaiser" aufgeführt. Diese beiden Ouvertüren (D 590 und 591) waren eine Reaktion auf das seit 1816 in Wien grassierende "Rossini-Fieber", und die Aufführung war nicht nur ein Publikumserfolg, sondern erntete auch die Anerkennung des Kritikers der "Wiener Allgemeinen Theater-Zeitung".
Schubert-Abend bei Joseph von Spaun
In privaten Musikerkreisen genoß Schubert bereits ein hohes Ansehen, und so wurde er der Familie Esterházy als Musiklehrer vorgeschlagen. Von Juli bis Oktober 1818 war er als Lehrer auf den Esterházyschen Landsitz Zseliz in Ungarn eingeladen, wo er die beiden Töchter unterrichtete - Caroline Esterházy widmete er später seine 1828 vollendete vierhändige Klavierfantasie f-Moll.

Nach Wien zurückgekehrt, wohnte Schubert mit Freund Mayrhofer bei einer Tabakhändlerin in der Wipplingerstraße. Er kam mit einem kulturell interessierten Kreis um Ignaz von Sonnleithner (1770-1831) in Berührung; dieser Freundeskreis veranstaltete in Sonnleithners Wohnung große Hauskonzerte und erwies sich für Schubert als sehr förderlich.
Die Krisenjahre (1819-1822)
Der Sommer 1819 führte Schubert nach Steyr in Oberösterreich, die Geburtsstadt Vogls. Bei einem der zahlreichen Liederabende, die er dort mit Vogl gab, machte Schubert die Bekanntschaft Sylvester Paumgartners, eines Kunstmäzens und Amateurcellisten, der bei Schubert ein Klavierquintett bestellte - es sollte später unter dem Namen "Forellenquintett" bekannt werden.

In diesem Jahr erweiterte sich Schuberts Freundeskreis um den Maler Moritz von Schwind (1804-1871), dessen Landschaftsbilder und Porträts wichtige Bilddokumente von Schuberts Leben darstellen.
Moritz von Schwind
Im Herbst begann für Schubert eine Periode der persönlichen und künstlerischen Unsicherheit. Er bewegte sich in Wiener Studentenkreisen, die von der Polizei überwacht wurden; man verhaftete den Freund Johann Senn in Schuberts Anwesenheit, und Schubert selbst erhielt eine Verwarnung wegen "Beschimpfung der Obrigkeit".

Von der schöpferischen Krise dieser Zeit zeugen Fragment gebliebene Kompositionen und zum Teil relativ lange Schaffensprozesse.

Der nur mäßige Erfolg zweier Bühnenwerke trug zur Verschärfung der Situation vermutlich noch bei: Im Kärntnertortheater wurde im Juni 1820 das Singspiel "Die Zwillingsbrüder" uraufgeführt, im Theater an der Wien gab man das in wenigen Wochen komponierte Melodram "Die Zauberharfe". Die Kritik würdigte zwar die "schöne" Musik, doch verschwanden die Stücke bald vom Spielplan. Der erhoffte Durchbruch blieb aus, und Schubert bemühte sich nach wie vor vergeblich, einen Verlag für seine Kompositionen zu finden. Schließlich übernahmen seine Freunde die Vorfinanzierung der Drucklegung der ersten bei Cappi & Diabelli erschienenen Liedhefte.
Das Schloß Atzenbrugg
Im Sommer 1820 besuchte Schubert mit seinen Freunden erstmals Schloß Atzenbrugg in Niederösterreich. Es gehörte zu den Besitzungen des Augustiner-Chorherrenstiftes in Klosterneuburg und wurde von Josef Derffel, einem Onkel Franz Schobers, verwaltet. Dieser lud den Freundeskreis mehrmals ein, im Sommer ein paar Tage auf dem Schloß zu verbringen, und so fanden in den Jahren 1821-22 hier auch Schubertiaden statt.
Landpartie nach einer Schubertiade in Atzenbrugg
Im Sommer 1821 unternahm Schubert mit Schober mehrere kleine Reisen. Im Spätherbst quartierten sie sich für längere Zeit in St. Pölten ein, arbeiteten an einer gemeinsamen Oper, "Alfonso und Estrella", und veranstalteten mehrere Schubertiaden. Von Ende 1821 bis Anfang 1823 wohnte Schubert dann überwiegend bei Schober im Göttweiger Hof.

Im Februar 1822 traf er mit dem deutschen Komponisten Carl Maria von Weber (1786-1826) zusammen, der nach Wien gekommen war, um am Kärntnertortheater eine Aufführung seiner Oper "Der Freischütz" zu dirigieren. Weber soll Schubert die Aufführung von "Alfonso und Estrella" in Berlin in Aussicht gestellt haben; allerdings kam es schließlich nicht dazu.

Die letzten Jahre (1823-1828)
Schuberts letzte Lebensjahre waren äußerlich durch seine syphilitische Krankheit und einen häufigen Wohnungswechsel geprägt. Trotz aller Schwierigkeiten entfaltete er eine erstaunliche Schaffenskraft, nachdem die schöpferische Krise von 1819/20 überwunden war.

Ende Februar 1823 erwähnt Schubert erstmals in einem Brief an einen Freund seine Krankheit. Den Sommer über arbeitete er an seiner neuen Oper "Fierabras" und unternahm eine mehrwöchige Reise mit Vogl nach Linz und Steyr. Im Herbst komponierte er die Schauspielmusik zu Rosamunde. Er unternahm nun die ersten Versuche, die Krankheit behandeln zu lassen, und verbrachte längere Zeit im Krankenhaus. Dort entstand der Liederzyklus "Die schöne Müllerin".

Nach seinem Krankenhausaufenthalt wohnte Schubert bei Josef Huber an der Stubentor-Bastei.

Im Jahr 1824 erfolgte wieder eine Einladung der Familie Esterházy nach Zseliz, und der vermeintlich genesene Schubert verbrachte dort die Sommermonate. Nach Wien zurückgekehrt, wohnte er bis Februar 1825 im Haus seines Vaters. Dann verlegte er seine Wohnstätte in die Nähe der Karlskirche, in die Nachbarschaft seines Freundes Moritz von Schwind. Hier wohnte er bis Oktober 1826.
Schubert 1825
Im Mai 1825 trat er mit Vogl seine längste Reise an. Sie dauerte knapp sechs Monate und führte die Freunde quer durch Oberösterreich und Salzburg. Während eines längeren Aufenthalts in Badgastein, wo Vogl Heilung von der Gicht erhoffte, hat wahrscheinlich auch Schubert "die Kur genommen". In Badgastein komponierte er mehrere Lieder und arbeitete an seiner in Gmunden begonnenen großen C-Dur-Sinfonie. Anfang Oktober kehrte er über Linz nach Wien zurück.

1826 mußte er erneut eine berufliche Niederlage einstecken: Seine Bewerbung um die frei gewordene Stelle des Wiener Vize-Hofkapellmeisters wurde abgelehnt.

Auch seine Bemühungen, in Deutschland Verleger für seine Werke zu finden, hatten zunächst keinen Erfolg.

Nichtsdestoweniger war er als Komponist in Wien damals schon ziemlich bekannt, in den Zeitungen erschienen immer wieder Verlagsannoncen, und seine Werke waren nicht selten in großen öffentlichen Konzerten zu hören. Und als im März 1827 Ludwig van Beethoven starb, wurde Schubert die Ehre zuteil, neben Grillparzer und Raimund als einer der 36 Fackelträger am Begräbnis teilzunehmen.

Im Februar 1827 bezog Schubert bei seinem Freund Schober im Hause "Zum blauen Igel", Tuchlauben 14, als Untermieter zwei Zimmer und eine "Musik-Kammer". Hier wohnte er bis wenige Wochen vor seinem Tod. Den September des Jahres 1827 verbrachte er in Graz als Gast des Advokaten Pachler und dessen Frau Marie, die Pianistin war. Nach seiner Rückkehr nach Wien arbeitete er am zweiten Teil des bereits im Februar begonnenen Liederzyklus "Winterreise".

Am 28. Januar 1828 fand bei Joseph von Spaun in den "Klepperställen" in der Wiener Teinfaltstraße eine "große" Schubertiade mit prominenten Gästen statt; sie sollte die letzte solche Zusammenkunft sein. Ermuntert durch den Erfolg ging Schubert daran, nach dem Rat seines Freundes Eduard von Bauernfeld (1802-1892) ein sogenanntes "Privatkonzert" mit ausschließlich eigenen Werken zu organisieren. Auf den Tag genau ein Jahr nach Beethovens Tod, am 26. März 1828, kam dieses Konzert im Saal der Gesellschaft der Musikfreunde unter den Tuchlauben auch tatsächlich zustande. Es war für Schubert ein großer künstlerischer und finanzieller Erfolg - selbst wenn es durch das erste Wiener Konzert des berühmten Geigers Niccolo Paganini ganz in den Schatten gestellt wurde. Keine Wiener Zeitung nahm Notiz von diesem in der Musikgeschichte einmaligen Ereignis.
Im September 1828 zog Schubert zu seinem Bruder Ferdinand in die Wiener Vorstadt Neu-Wieden. Um seine Gesundheit stand es nicht gut - vermutlich hatte er sich eine Typhusinfektion zugezogen. Nach einem Ausflug nach Eisenstadt im Oktober verschlechterte sich sein Zustand. Dennoch meldete er sich bei Simon Sechter (1788-1867), dem berühmten Theorielehrer und Komponisten, für das Studium der Fuge an und begann auch mit Kompositionsübungen; schließlich blieb es aber bei einer einzigen Unterrichtsstunde.

Vom 11. November an war Schubert bettlägerig; am 19. November starb er. Am 21. November wurde er auf dem Währinger Friedhof in der Nähe von Beethovens Grab beigesetzt, viele Menschen nahmen an dem Begräbnis teil. Als man den Währinger Friedhof 1888 aufließ, wurden Schuberts sterbliche Überreste auf den Wiener Zentralfriedhof überführt und dort in einem Ehrengrab beigesetzt.
Schuberts Grabmal
Mehrstimmige Lieder
Neben seinen über 600 Liedern für eine Singstimme schrieb Schubert eine stattliche Anzahl von Liedern für mehrere Solostimmen, meist mit Klavierbegleitung: Duette, Terzette, Quartette, Quintette (wie Der Geistertanz D 494) und sogar Oktette (Gesang der Geister D 714). Dazu kommen kleine selbständige Werke für Chöre mit unterschiedlicher Besetzung, Stücke für Doppelchor wie das Schlachtlied D 912 und Lieder für Singstimme mit Chor wie Nachthelle D 892 oder Mirjams Siegesgesang D 942. Die meisten der mehrstimmigen Gesänge hat er für einen ganz bestimmten Anlaß komponiert, auf Wunsch seiner Freunde oder für einen Gönner geschrieben, von welchem er sich finanzielle Unterstützung erhoffte.
Die Terzette
Während die Liedduette bei Schubert eine untergeordnete Rolle spielen - das berühmteste dürfte das Duett aus Goethes "Wilhelm Meister" Nur wer die Sehnsucht kennt (D 877) sein -, nehmen die Terzette in seinem Schaffen einen bedeutenderen Raum ein. Von den etwa 50 Werken sind die meisten im Konvikt entstanden. Zeitweise komponierte er beinahe ausschließlich Terzette, wie die dicht aufeinanderfolgenden Nummern im thematischen Verzeichnis belegen (z. B. D 37-38, 43, 51, 53-58, 60-67, 69-71A). Dabei handelt es sich bis auf zwei Ausnahmen um Terzette für zwei Tenöre und einen Baß a cappella bzw. mit Klavierbegleitung wie beispielsweise Die Advokaten (D 37) oder mit Gitarre (Zur Namensfeier meines Vaters D 80) und um mehrere Kanons für drei manchmal nicht näher bezeichnete Stimmen.

Es ist anzunehmen, daß die meisten frühen Terzette für das gemeinsame Singen im Konvikt bestimmt waren. Auch die ab August 1815 komponierten Terzette wie Mailied (D 129), Punschlied (D 277), Goldner Schein (D 357) oder Widerhall (D 428) sind für ähnliche, ad hoc zusammengestellte Ensembles im Freundeskreis geschrieben worden. Wenn Schubert bei einem solchen Treffen keine passende Komposition dabeihatte, wurde er sogar in ein Zimmer eingesperrt, um ein neues Terzett zu schreiben.
Die Vokalquartette
Anders als in deutschen Städten oder in der Schweiz, wo von der Jahrhundertwende an zahlreiche Liedertafeln gegründet worden waren, gab es im Wien der Metternich-Zeit keine Möglichkeit, sich in Chören zu entfalten. Vereine, Versammlungen oder andere Gesinnungsrunden waren verboten. Trotzdem ließ sich auch in Wien ein "neues Weltgefühl" das die deutsche Gesellschaftsmusik "aus der Stubenluft der Aufklärung hinaus ins Freie und Weite" drängte, nicht verhindern. Chorlie der und Vokalquartette scheinen "aus dem Bestreben entstanden zu sein, einem Jungmännerkreise harmonisch gesättigte Lieder unter Befreiung vom Zimmerzwang des Klaviers zu bescheren". - 1843 wurde schließlich der Wiener Männergesang-Verein ins Leben gerufen.
Michael Haydn war mit seinem 1802 in Salzburg erschienenen Männerquartett der erste namhafte Komponist, der für ein solches Ensemble komponierte. Schubert hat Haydns Männerquartette gekannt. Er selbst schrieb mehr als vierzig Werke für diese Besetzung, davon sind etwa dreißig nicht instrumental begleitet. Lieder wie Frühlingsgesang (D 709) oder Lied im Freien (D 572) lassen bereits im Titel erkennen, daß sie für eine Aufführung unter freiem Himmel gedacht waren.

Die meisten seiner Quartette schrieb Schubert für seinen Freundes- und Bekanntenkreis, oft sang er selbst mit. Die Interpreten waren meist sogenannte "Dilettanten", also Musikliebhaber ohne musikalische Ausbildung, die allerdings über beachtliche stimmliche Qualitäten verfügt haben müssen.

In den Abendunterhaltungskonzerten der Gesellschaft der Musikfreunde oder etwa in den halböffentlichen Konzerten im Hause Sonnleithner erfreuten sich solche Vokalquartette eine Zeitlang großer Beliebtheit; dann scheinen sie ihren Reiz allmählich verloren zu haben. Schubert beklagt 1823 in einem Brief an Sonnleithner, "wie es mit der Aufnahme der spätern Quartetten stand; die Leute haben es genug".

Neben seinen Liedern verhalfen Schubert auch seine Männerquartette zu einiger Bekanntheit über die Grenzen Wiens hinaus. Das Dörfchen (D 598), das Schlachtlied (D 912), Geist der Liebe (D 747), Die Nachtigall (D 724) oder Der Gondelfahrer (D 809) wurden berühmt und kamen bei den verschiedensten Gelegenheiten zur Aufführung. Für Anna Fröhlich und ihre Schülerinnen schrieb Schubert zwei Frauenquartette mit Klavierbegleitung, den 23. Psalm (D 706) und Gott in der Natur (D 757). Wie manche Männerquartette sind sie vermutlich chorisch aufgeführt worden.

Schuberts Arbeitsweise
Franz Schubert war einer der produktivsten Komponisten der Musikgeschichte, er schuf in etwa fünfzehn Jahren fast tausend Werke. Seine kompositorische Arbeit erledigte er mit einer eisernen Disziplin, die ihm half, die oft störenden Umstände außer acht zu lassen. Seine Schrift zeugt von Konzentration und läßt auf eine zielbewußte Hand schließen, seine Manuskripte zeigen im Gegensatz zu vielen anderen Meistern nur wenig Korrekturen und vermitteln den Eindruck, daß Schubert nur das niederschrieb, was er bereits in Gedanken vollendet hatte.

Er machte sich wohl Notizen und Skizzen, und wenn er - wie berichtet wird - seine Brille selbst während des Schlafes trug, so ist das vielleicht so zu erklären, daß er jederzeit bereit sein wollte, plötzliche Eingebungen aufzuschreiben - Notenpapier und Schreibzeug lagen immer bereit. Die endgültige Niederschrift geschah jedoch meist in einem Zug, nur wenige seiner Werke (etwa die Messe in As-Dur) haben eine längere Entstehungszeit.

Schlechte Umstände scheinen seine kompositorische Arbeit geradezu gefördert zu haben: in den Jahren 1815 und 1816, als ihn äußere Pflichten am stärksten bedrückten, flüchtete er sich ins Komponieren und schrieb etwa 250 Lieder und vier Sinfonien. Da er seine Kompositionen meist gewissenhaft datierte, könnte man ein Tagebuch seiner Werke zusammenstellen. Für den Juli 1815, den wohl fruchtbarsten Monat in Schuberts Leben, würde das folgendermaßen aussehen.

Lieb Minn
Salve Regina
Wanderers Nachtlied
Der Fischer
Erster Verlust
Idens Nachtgesang
Von Ida
Die Erscheinung
Die Täuschung
Das Sehnen
Beendigung des am 22. Juni begonnenen Singspiels "Fernando"
Hymne an den Unendlichen
Geist der Liebe
Der Abend
Tischlied
Sehnsucht der Liebe
Abends unter der Linde
Abends unter der Linde II
Die Mondnacht
Das Abendrot
Huldigung
Alles um Liebe

Als er dann nicht mehr durch den Schuldienst gebunden war, komponierte er meist vormittags sechs bis sieben Stunden mit höchster Konzentration. Ein Besucher hatte da keine Chance: "Wenn man unter Tags zu ihm kommt, sagt er 'grüß dich Gott, wie gehts? Gut.' und schreibt weiter, worauf man sich entfernt..." - berichtet der Freund Moritz von Schwind.


Schuberts Freunde
Eduard von Bauernfeld (1802-1890)

- trat nach dem Studium der Rechte in Wien 1826 in den Staatsdienst. Er war mit Schreyvogel, Grillparzer und Schlegel befreundet. 1848 gab er die Beamtenlaufbahn zugunsten der Dichtkunst auf. Sein Ruf als Autor gründet sich auf seine zahlreichen Lustspiele. 1848 wurde Bauernfeld korrespondierendes Mitglied der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften.

Anselm Hüttenbrenner (1794-1868)

- zeigte wie Schubert schon früh eine musikalische Begabung; auch er wurde Schüler Salieris, der ihm fünf Jahre lang unentgeltlich Kompositionsunterricht erteilte. Von 1824 an war Hüttenbrenner Direktor des Grazer Konservatoriums. Als Komponist widmete er sich sämtlichen musikalischen Gattungen.

Johann Baptist Jenger (1792-1856)

- war Sekretär des Steiermärkischen Musikvereins und Mitglied des Vorstands der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien.

Hüttenbrenner, Jenger,Schubert, Leopold Kupelwieser (1796-1862)-

- studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien und war schon bald ein gesuchter Maler. Er unternahm viele Reisen. In Rom schloß er sich dem Kreis der Nazarener, einer religiösen Bewegung innerhalb der katholischen Kirche an. Kupelwieser schuf Altarbilder u. a. in Mähren, Ungarn, Siebenbürgen und Polen. Er war bereits sechs Jahre bei der Wiener Akademie angestellt, als er 1836 als Professor für Historienmalerei an diese Institution berufen wurde.

Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)

- bereitete sich nach seiner Gymnasialzeit, dem Wunsch seiner Eltern entsprechend, im Augustiner-Chorherrenstift St. Florian vier Jahre lang auf ein Leben als Geistlicher vor. Aus Mangel an eigener Überzeugung brach er diesen Weg allerdings ab und begab sich zum Studium der Rechte nach Wien. Dort trat er 1815 als Regierungskonzipist und Bücherrevisor in den Staatsdienst. Wegen seiner dichterischen Ambitionen waren innere Konflikte bei der Ausübung eines derartigen Amtes unvermeidbar; er nahm sich 1836 das Leben.

Franz von Schlechta (1796-1875)

- trat nach dem Studium der Rechte als Finanzbeamter in den Staatsdienst. Er brachte es bis zum Sektionschef des k. u. k. Finanzministeriums und erhielt am Ende seiner Laufbahn den Titel eines Geheimrats.

Franz von Schober (1798-1882)

- wurde bei Malmö in Schweden geboren. Nach seiner Gymnasialzeit arbeitete er eine Zeitlang als Erzieher bei adeligen Familien. 1815 begann er in Wien mit dem Studium der Rechte. Schober unternahm zahlreiche Reisen und machte 1843 in Weimar die Bekanntschaft Franz Liszts. Als Kammerherr und Legationsrat des Großherzogs von Sachsen-Anhalt bewegte sich Schober auch in den herrschaftlichen Kreisen der Gesellschaft.

Moritz von Schwind (1804-1871)

- besuchte zusammen mit Bauernfeld und Lenau das Wiener Schottengymnasium. Von 1821 an studierte er an der Kunstakademie Wien. 1828 übersiedelte er nach München und setzte seine Studien bei dem Maler Cornelius fort. Im Rahmen einer Italienreise hielt er sich 1835 für längere Zeit in Rom auf, wo er vor allem mit dem Künstlerkreis der Nazarener verkehrte. 1847 erhielt er eine Professur an der Kunstakademie in München. Immer wieder arbeitete Schwind auch an Großaufträgen, so betraute man ihn etwa 1863 mit der Ausschmückung der Loggia des Wiener Opernhauses. 1868 wurde er Ehrenmitglied der Wiener Akademie.

Joseph von Spaun (1788-1865)

- trat nach dem Studium der Rechte in den Staatsdienst und durchlief eine geradezu mustergültige Beamtenkarriere. Er begann 1809 als Praktikant im Kreisamt von Linz; zwei Jahre später war er bereits Konzeptionspraktikant im Finanzministerium. 1818 wurde er Hofkonzipist, 1841 Hofrat und Direktor der Staatslotterie, und 1859 wurde er in den Freiherrenstand erhoben.

Albert Stadler (1794-1888)

- studierte die Rechte in Wien und betrat 1817 in Steyr die Beamtenlaufbahn. 1821 ging er nach Linz. Er war Ausschußmitglied und Sekretär des Linzer Musikvereins.

Johann Michael Vogl (1768-1840)

- studierte die Rechte in Wien und war kurzfristig Beamter beim Magistrat, bevor er 1794 als Sänger Mitglied der Wiener Hofoper wurde. Nach seiner Pensionierung im Jahr 1822 widmete sich Vogl noch der Liedinterpretation und der Theater-Regie.

Heinrich Watteroth (1756-1819)

- studierte die Rechte in Erfurt und Göttingen. Von 1777 an war er in Wien Professor der politischen Wissenschaften. Als freisinniger und antikatholisch orientierter Schriftsteller hatte Watteroth mit der Zensur nicht gerade ein leichtes Auskommen.

Schubert-Gedenkstätten
    Aschbach
    Niederösterreich. Marktgemeinde. Erstmals urkundlich erwähnt 1116.

Obwohl Schubert Aschbach niemals besucht hat, stiftete ihm der Gesangsverein Aschbach 1928 ein Denkmal: Am Schubert-Platz unterhalb der Kirche befindet sich eine in Stein eingelassene Bronzemedaille mit einer Abbildung Schuberts.

Sehenswürdigkeiten:
spätgotische Pfarrkirche mit Rokoko-Orgel (1753)

Altmünster
Oberösterreich. Marktgemeinde am Westufer des Traunsees.

Im Sommer 1825 stattete Schubert dem damaligen Besitzer von Schloß Ebenzweier, Florian Maximilian Clodi, zwei Besuche ab. Gedenktafel beim Eingang des Schlosses, gestiftet 1947 von der Gemeinde Altmünster.

Sehenswürdigkeiten:
spätgotische Hallenkirche (1470-1480)
Grabmal von Adam Graf Herberstorff (1585-1629, Politiker und Heerführer)
Kalvarienbergkirche (1844-1846)
Schloß Ebenzweier (17. Jahrhundert, umgebaut im Jahre 1842)

Atzenbrugg
Niederösterreich. Marktgemeinde. Erstmals urkundlich erwähnt in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts.

Der Verwalter von Schloß Atzenbrugg war ein Onkel Franz von Schobers, eines Freundes von Schubert. Dieser Onkel lud Schober, Schubert und deren Freundeskreis zwischen 1820 und 1822 mehrmals zu dreitägigen Aufenthalten ein. Hier malte Leopold Kupelwieser (1796-1862) das Bild "Gesellschaftsspiel der Schubertianer in Atzenbrugg" und ein vom 21. Juli datiertes en-face-Porträt, das als das beste Schubert-Porträt gilt.

Sehenswürdigkeiten:
Schloß Atzenbrugg, im 14. Jahrhundert aus einem Wirtschaftshof gestaltet, zweiflügelige Anlage aus dem 16./17.Jahrhundert, heute Schubert-Museum (Fertigstellung 1992)
im Schloßpark: barocker Pavillon ("Schubert-Häuschen")
Schloß Atzenbrugg
A - 3452 Atzenbrugg
Tel.: 43-2275-5234 (Gemeindeamt)

Baden
Niederösterreich. Stadt. Erstmals urkundlich erwähnt 869.

Aufgrund der Thermalquellen und der Sommeraufenthalte (1811-1834) Franz I. hat sich Baden zur Biedermeier-Bäderstadt entwickelt, die von zahlreichen Künstlern (Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Johann Strauß Vater, Franz Grillparzer, Ferdinand Raimund) aufgesucht wurde.

Während eines Aufenthaltes in Baden 1828 komponierte Schubert seine einzige Orgelfuge. Daran erinnert eine Gedenktafel aus dem Jahr 1926 am ehemaligen Gasthaus "Schwarzer Adler" (Rathausgasse 11).

Sehenswürdigkeiten:
Stadtpfarrkirche St. Stephan (1477)
ehemaliges Augustiner-Eremiten-Kloster (13. Jahrhundert)
Beethoven-Haus (Beethoven-Tage)
in der Umgebung: Ruine Rauhenstein und Rauheneck (12. Jahrhundert)

Badgastein
Salzburg. Gemeinde. Kur- und Wintersportort im Tal der Gasteiner Ache, am Fuß des Graukogels (2492m).

In Badgastein weilte Schubert im August 1825; hier entstanden die Lieder "Die Allmacht" und "Das Heimweh". Eine Gedenktafel an der ehemaligen "Straubingerhütte" (heute Hotel Straubinger) erinnert an diesen Aufenthalt.

Sehenswürdigkeiten:
Wasserfall der Gasteiner Ache mitten im Ort
Gondelbahn auf den Stubnerkogel (2246m)
Pfarrkirche (1866-1876)
gotische Nikolauskirche (1389) mit spätgotischen Fresken
Haus Meran (Villa Erzherzog Johanns, 1830)
Gasteiner Museum

Deutschlandsberg
Steiermark. Stadt, südwestlich von Graz gelegen.

Vom 10. bis 12. Oktober 1827 besuchte Schubert Schloß Wildbach bei Deutschlandsberg; vermutlich komponierte er dort die Lieder "Winterabend", "Das Weinen" und "Die Sterne". Beim Haupteingang des Schlosses, das in Privatbesitz und nicht öffentlich zugänglich ist, befindet sich eine Gedenktafel.

Sehenswürdigkeiten:
Pfarrkirche (1688/1701)
klassizistisches Rathaus
Burg Landsberg (erstmals urkundlich erwähnt 1153), heute Museum für Ur- und Frühgeschichte

Fürstenfeld
Steiermark. Stadt. Als Grenzschutzort gegen den Osten um 1170 gegründet. Bedeutender mittelalterlicher Handelsort.

Vom 20. auf den 21. September 1827 machte Schubert auf der Rückreise von Graz Halt in Fürstenfeld. Er fand Unterkunft bei der damaligen Bürgermeisterin Frau Fritzi Wittmann. Gedenktafel an der Fassade des ehemaligen Rathauses, Bismarckstr. 6 (heute Musikschule), gewidmet von der Stadtgemeinde Fürstenfeld, vom Männergesangs-Verein Fürstenfeld und vom Gesangsverein "Eintracht".

Sehenswürdigkeiten:
Befestigung (1533 erneuert; teilweise erhalten sind Stadtgraben, Mauerzug, Grazer Tor)
barocke Pfarrkirche (1772-1774)
ehemalige Augustiner-Eremitenkirche (1365-1368)

Gmunden
Oberösterreich. Stadt, Kurort, am Nordufer des Traunsees gelegen. Schiffsstation. Bis in das 19. Jahrhundert bedeutender Handelsplatz und Salzmetropole des oberösterreichischen Salzkammerguts.

Schubert wohnte vom 4. Juni bis zum 15. Juli 1825 im Haus des Kaufmanns Ferdinand Traweger (Ecke Theatergasse 8/Badgasse 2, damals "am unteren Platz 11"). Traweger war ein Schwager von Schuberts Freund Joseph von Spaun. Eine Gedenktafel erinnert an diesen Aufenthalt; sie gibt allerdings fälschlicherweise an, daß Schubert auch in den Jahren 1826 und 1827 in Gmunden gewesen sei. Ein Schubert-Denkmal wurde 1926 in der Parkanlage am Franz-Josephs-Platz errichtet und 1993 auf den Schubertplatz übertragen.

Sehenswürdigkeiten:
Pfarrkirche (gotische Basilika aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, 1713-1718 barockisiert)
Kapuzinerkloster (1636-1639)
Evangelische Kirche (1871-1872, neugotisch eingerichtet)
Rathaus (16.-18. Jahrhundert)
Museum im ehemaligen Kammerhofgebäude (Brahms-Zimmer, Krippen und Volkskultur, Archiv und Hebbel-Nachlaß)
Seeschloß Ort (erstmals urkundlich erwähnt 1138, im Kern gotisch, nach 1634 wiederaufgebaut mit Kapelle; durch eine
Brücke mit dem Landschloß Ort verbunden)
Brauchtum: Dreikönigsfahrt auf dem See, Seefest im Juli

Graz
Steiermark. Hauptstadt des Bundeslandes Steiermark.

Franz Schubert war vom 3. bis zum 20. September 1827 Gast der Pianistin Marie Pachler-Koschak und deren Gatten Dr. Karl Pachler in der Herrengasse 28. Am Hallerschlößchen (am Ruckerlberg oder Rosenberg) ist eine Gedenktafel angebracht. Der damalige Besitzer, Advokat Dr. Franz Haring, war ein Freund der Familie Pachler.

  • Sehenswürdigkeiten:
    Dom (erstmals urkundlich erwähnt im Jahr 1174)
  • Mausoleum Kaiser Ferdinands II. (bedeutendes Bauwerk des Manierismus)
  • Leechkirche (erbaut über Gräbern der Urnenfelderkultur aus dem 9./8. Jahrhundert v. Chr.)
  • Stadtpfarrkirche mit Barockfassade und barockem Giebelturm (Baubeginn um 1440)
  • Herz-Jesu-Kirche (1881-1891, monumentalster Bau der Neugotik in der Steiermark)
  • Kalvarienberg und -kirche (Kreuzweg 1654, Kirche 1668-1723)
  • Landhaus (1494, Rittersaal von 1630; bedeutendstes Renaissancegebäude der Steiermark)
  • Landeszeughaus (1642-44, heute größtes historisches Arsenal der Welt mit ca. 29.000 Waffen und Rüstungen)
  • Burg (erbaut 1438-1453 unter Kaiser Friedrich III.)
  • Alte Universität (1609)
  • Schloßberg mit Uhrturm

Hartberg

Steiermark. Stadt im oststeirischen Hügelland. Gegründet 1125-1128 durch den steirischen Markgrafen Leopold I.

Auf seiner Rückreise von Graz übernachtete Schubert am 21. September 1827 in Hartberg. Daran erinnert eine Gedenktafel an der Fassade des Hauses Ecke Herrengasse/Michaeligasse 7.

Sehenswürdigkeiten:

  • spätgotische Stadtpfarrkirche (erstmals urkundlich erwähnt 1157)
  • spätromanischer Karner (vor 1167) mit Fresken (um 1200)
  • Reste der mittelalterlichen Stadtmauer mit Reckturm (13. bis 14. Jahrhundert)
  • Schloß Hartberg (16./17. Jahrhundert, Nordtrakt aus dem Mittelalter)

Hinterbrühl

Niederösterreich. Marktgemeinde im südlichen Wienerwald.

An Schubert erinnern zwei Gedenktafeln (aus den Jahren 1928 und 1995) an der "Höldrichsmühle" (Hotel und Restaurant, Gaadnerstraße 34). Historisch ist nicht belegt, daß Schubert diesen Ort besucht hat, aber der Überlieferung nach soll er unter der "Schubertlinde" in Hinterbrühl das Lied "Am Brunnen vor dem Tore" komponiert haben.

Sehenswürdigkeiten:

  • Seegrotte Hinterbrühl (ein ehemaliges Gipsbergwerk, mit einer Fläche von ca. 6200 m2 der größte unterirdische See in Europa, mit Motorbooten befahrbar)
  • klassizistische Pfarrkirche (aus dem Jahr 1831)
  • Husarentempel (1813)
  • Natur- und Wildpark "Sparbach" mit Ruine Johannstein und Mühle

Kremsmünster
Oberösterreich. Markt an der Krems.

Schubert besuchte das Stift Kremsmünster 1819 und mehrmals im Jahr 1825 (im Mai, im August und im September).

Stift Kremsmünster: Klostergründung 777. Gehört zu den kulturgeschichtlich bedeutendsten Stiften Österreichs. Barocke Klosteranlage mit sechs Innenhöfen, erbaut von Jakob Prandtauer (1660-1726) und Carlo Antonio Carlone (gestorben 1708).

Sehenswürdigkeiten:

  • "Tassilokelch", 8. Jahrhundert
  • "Tassiloleuchter"
  • "Scheibenkreuz", 12. Jahrhundert
  • Stiftsbibliothek
  • Sammlung alter Musikinstrumente
  • der "Mathematische Turm" (Sternwarte)

Linz
Oberösterreich. Landeshauptstadt von Oberösterreich. An der Donau am Fuß des Pöstlingsbergs (539 m) gelegen.

Linz stattete Schubert mehrere Besuche ab: in den Jahren 1819, 1823 und 1825. 1819 wohnte er vermutlich bei der Familie seines Freundes Joseph von Spaun. 1825 logierte er beim Schwager Spauns in der Landstraße 15. Eine Gedenktafel im ersten Stock dieses Hauses (Privatbesitz, nicht zugänglich) erinnert an diesen Besuch.

Sehenswürdigkeiten:

  • Martinskirche mit Bauelementen aus der Zeit vom 8. bis zum 15. Jahrhundert
  • barocke Altstadt
  • Alter Dom (1669-1678) mit Chorgestühl (1633) und Orgel (1789) von Franz Xaver Krismann aus Engelszell
  • Kapuzinerkirche (1602-1612; erweitert 1660-1662)
  • Karmeliterkirche (1674 und 1690-1726)
  • Stadtpfarrkirche (erwähnt 1286; umgebaut 1649-1656, erweitert 1687-1694) mit Grabstein Kaiser Friedrichs III. (Herz und Eingeweide sind hier beigesetzt);

    an der Außenwand des Chors Johann-Nepomuk-Statue (1727) des Bildhauers
  • Georg Raphael Donner (1693-1741)
  • Neuer Dom (1862-1924)
  • Landhaus (1564-1571) mit "Steinernem Saal", Nordportal (um 1570), Arkadenhof (1568-1574) mit Planetenbrunnen

    (1582), 1574-1627 Sitz der Landschaftsschule, an der Johannes Kepler lehrte
  • Schloß (erstmals urkundlich erwähnt 1286, Neubau 1604-1614) mit Friedrichstor, Wappenstein (1481) und Trutzmauer. Heute Landesmuseum

Steyr
Oberösterreich. Stadt am Zusammenfluß von Enns und Steyr.

Schubert hat Steyr mehrmals besucht (in den Jahren 1819, 1823 und 1825). Zu seinem Freundeskreis in Steyr zählten unter anderem Sylvester Paumgartner und der Rechtsanwalt Dr. Schellmann, bei deren Familien er abwechselnd wohnte.

Eine Gedenktafel ist am Hause Paumgartner, Stadtplatz 16, angebracht.

Sehenswürdigkeiten:
Reste der alten Stadtbefestigung: Feuerwachturm, Schnallentor (1613), Wasserturm (1572)
Barockschloß Lamberg
mittelalterlicher "Römerturm"
Schloßkapelle und Uhrturm (1731)
gotische Stadtpfarrkirche (1443-1522, 1630-1636)
Rokoko-Rathaus (1765-1778)
die Renaissanceschlösser Engelhof und Engelsegg

Steyregg

Oberösterreich. Stadt, gegenüber der Mündung der Traun in die Donau gelegen.

1825 war Schubert Gast der Gräfin Sophie Gabriele Weissenwolff im 1778 erbauten Neuen Schloß (im zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, wurden dessen Ruinen 1967 abgetragen). Eine Gedenktafel an der Außenmauer des Schloßparks erinnert an diesen Besuch.

Sehenswürdigkeiten:
barockisierte gotische Pfarrkirche mit Fresken (14./15. Jahrhundert)
Altes Schloß (erstmals urkundlich erwähnt 1150, Kern 16. Jahrhundert, ausgebaut im 17. Jahrhundert)
Neues Schloß (1778)

Wien 1., Dr.-Ignaz-Seipel-Platz 1
Eine Gedenktafel (gewidmet 1924 vom Wiener Männergesangs-Verein) erinnert daran, daß Franz Schubert in den Jahren 1808 bis 1813 das "Kaiserliche und königliche Stadtkonvikt", ein Internat für Mittel- und Hochschüler, als Pensionär und Hofsängerknabe besuchte.

Wien 1., Opernring, Staatsoper
In der Loggia befinden sich Fresken des Malers Moritz von Schwind, der zu Schuberts Freundeskreis gehörte. Zu besichtigen bei Führungen oder während der Pausen der Vorstellungen.

Wien 1., Renngasse 1
Am 1. März 1818 wurde im Hotel "Zum römischen Kaiser" eine der beiden Schubertschen Ouvertüren im Italienischen Stil gegeben - mit diesem Stück trat Schubert erstmals als Komponist an die Öffentlichkeit. 1929 stiftete der Wiener Schubertbund eine Gedenktafel, die darauf hinweist.

Wien 1., Spiegelgasse 9
1822/1823 wohnte Schubert in diesem Haus bei seinem Freund Franz von Schober; unter anderem schrieb er hier die h-Moll-Sinfonie ("die Unvollendete"). Die Gedenktafel wurde 1928 vom Wiener Schubertbund angebracht.

Wien 1., Stadtpark
Schubert-Denkmal des Bildhauers Carl Kundmann (1838-1919). Die drei Reliefs auf dem Sockel (entworfen von Theophil Hansen, 1813-1891) versinnbildlichen die musikalische Phantasie, die Instrumentalmusik und die Vokalmusik. Das Denkmal wurde vom Wiener Männergesangs-Verein gestiftet und am 15. Mai 1872 enthüllt (Grundsteinlegung am 12. Oktober 1868).

Wien 1., Wipplingerstraße 2
Hier wohnte Schubert von 1818 bis 1821 bei dem Dichter Johann Mayrhofer (1787-1836). Unter anderem entstanden hier das "Forellenquintett" (D 667), das Lied "Prometheus" (D 674) und der Streichquartettsatz in c-Moll (D 703). Gedenktafel.

Wien 3., Erdbergstraße 17
1816 bewohnte Schubert hier ein Zimmer bei Professor Heinrich Wattenroth. Am 24. Juli 1816 wurde im zum Haus gehörenden Garten seine Kantate "Prometheus" aufgeführt. Der Schubertbund stiftete 1923 eine Gedenktafel, die während des Krieges zerstört wurde.

Wien 4., Kettenbrückengasse 6
Am 19. November 1828 verstarb Franz Schubert in der Wohnung seines Bruders Ferdinand, bei dem er seit September 1828 in Untermiete wohnte. Das Sterbezimmer Schuberts wurde zu einem Gedenkraum umgestaltet. Gedenktafel aus dem Jahr 1869.

Franz-Schubert-Gedenkstätte "Sterbewohnung"
Kettenbrückengasse 6
A - 1040 WIEN
Tel.: 43-1-5816730

Wien 4., Technikerstraße 9
Von 1825 bis 1826 wohnte Schubert in diesem Haus. Hier komponierte er unter anderem die Gesänge aus Goethes "Wilhelm Meister" und das Streichquartett in d-Moll. 1921 stiftete der Wiener Männergesangs-Verein die Gedenktafel.

Wien 5., Schönbrunner Straße bei Nr. 50
In der Pfarrkirche "Zum heiligen Josef" wurde am 21. November 1828 der Leichnam Schuberts eingesegnet. Robert Ullmann gestaltete die Gedenktafel, die im Auftrag des Wiener Schubertbundes 1928 angebracht wurde.

Wien 8., Alser Straße 17
1828 komponierte er zur Glockenweihe für die Kirche "Zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit" den Hymnus "Glaube, Hoffnung, Liebe" (D 954). Gedenktafel aus dem Jahr 1928 mit einem Bronzerelief von Richard Tautenhayn.

Wien 9., Alserbachstraße bei Nr. 14 (Ecke Liechtensteinstraße)
Der Schubert-Brunnen des Bildhauers Theodor Stundl und des Architekten F. Matuschek wurde auf Veranlassung des Wiener Schubertbundes und der Bezirksvertretung Alsergrund im Jahre 1928 errichtet.

Wien 9., Grünentorgasse 11
An dieser Stelle stand bis 1913 das alte Schulhaus, das Schuberts Vater im Januar 1818 bezog. Schubert hat bis 1825 gelegentlich hier gewohnt. Der Rossauer Männergesangsverein stiftete die 1921 am Neubau angebrachte Gededenktafel.

Wien 9., Lustkandlgasse 11a, "Schubert-Hof"
Marmortafel mit einem Schubert-Relief, gestiftet 1960 vom Wiener Schubertbund.

Wien 9., Marktgasse 35
Die 1963 anläßlich des Zentenariums des Wiener Schubertbundes von Gustinus Ambrosi geschaffene Schubert-Büste wurde 1975 vor der Schule aufgestellt.

Wien 9., Marktgasse 40, Lichtentaler Pfarrkirche "Zu den vierzehn Nothelfern"
1797 wurde Schubert in dieser Kirche getauft; mit zehn Jahren wirkte er hier als Organist. Für die Pfarrkirche schrieb Schubert 1814 die F-Dur-Messe und 1815 die G-Dur-Messe, die beide dort uraufgeführt wurden. 1928 wurde eine Gedenktafel mit Marmorrelief von Robert Ullmann angebracht (gestiftet vom Wiener Schubertbund und vom Kirchenmusikverein an der Pfarrkirche in Lichtental).

Wien 9., Nußdorfer Straße 54
In diesem Haus wurde Franz Schubert am 31. Januar 1797 geboren. Heute ist das aus dem 18. Jahrhundert stammende Haus ein Schubert-Museum (eröffnet am 18. Juni 1912).
In den sechziger Jahren hat man das Gebäude grundlegend renoviert und eine Rückführung auf die baulichen Gegebenheiten der Schubert-Zeit versucht (Eröffnung Mai 1969).
Im Hof rechts befindet sich der "Forellenbrunnen" von Bildhauer Josef Müllner (1910).

Schubert-Gedenkstätte "Geburtshaus"

Nußdorfer Straße 54
A - 1090 WIEN
Tel.: 43-1-3173601

Wien 9., Säulengasse 3, "Zum schwarzen Rössl"
In der Vorstadt Himmelpfortgrund Nr. 10, heute Säulengasse 3, befand sich das ehemalige Schulhaus der Pfarre Lichtental, welches der Vater Franz Schuberts 1801 erworben hatte. Franz Schubert wohnte in diesem Haus von 1801 bis 1818. Von 1803 an besuchte er hier selbst die Schule. Nach Jahren der Ausbildung im Stadtkonvikt kehrte er 1813 in die Säulengasse zurück. 1913 ließ der Wiener Männergesang-Verein eine Gedenktafel anbringen.

Wien 11., Simmeringer Hauptstraße 234 (Zentralfriedhof)
Nach Auflassung des Währinger Ortsfriedhofes, wo Schubert am 21. November 1828 bestattet worden war, überführte man am 23. September 1888 seine sterblichen Überreste auf den Zentralfriedhof (Ehrengrab Gruppe 32A, Nr. 28). Carl Kundmann und Theophil Hansen entwarfen das Grabdenkmal.

Wien 17., Dornbacher Straße 101
Eine Gedenktafel (gestiftet im Juli 1928 vom Dornbach-Neuwaldegger Sängerbund) erinnert daran, daß Schubert im Jahr 1827 gemeinsam mit seinem Freund Franz Schober hier im Gasthof "Kaiserin von Österreich" wohnte.

Wien 17., St. Bartholomäus-Platz, an der Kalvarienbergkirche
In dieser Kirche hörte Franz Schubert am 3. November 1828 zum letztenmal Musik vor seinem Tode, eine Aufführung des lateinischen Requiems, komponiert von seinem Bruder Ferdinand. Gedenktafel (Bronzerelief von Carl Philipp), gestiftet vom Hernalser Männergesangs-Verein.

Wien 18., Kutschkergasse 44
Im damaligen Gasthaus "Zum Biersack" komponierte Schubert im Juli 1826 das Ständchen "Horch! Horch! Die Lerch´ im Ätherblau" (D 889). Gedenktafel von 1885.

Wien 18., Währinger Straße nach 123
In unmittelbarer Nähe von Ludwig van Beethovens Grab wurde Franz Schubert auf dem Währinger Ortsfriedhof (dem heutigen Schubertpark) begraben. Am 23. September 1888 überführte man Beethoven und Schubert auf den neu angelegten Zentralfriedhof. Der Grabstein (Bronzebüste von Franz Dialer, die Inschrift stammt von Grillparzer) hat sich erhalten und befindet sich im Park an seiner ursprünglichen Stelle.

Wien 19., Himmelstraße 25
Eine Gedenktafel erinnert daran, daran Franz Schubert "oft und gerne in Grinzig weilte" (gestiftet vom 1. Grinzinger Männergesangs-Verein).